Abmahnwelle der Rechtsanwalts-Kanzlei „U+C“ – Jetzt wird zurückgeklagt

Datum: 12. Dezember 2013

Mehrere Rechtsanwälte gehen mittlerweile gegen die Kanzlei „U+C“ vor, die zehntausende Nutzer des Internet-Portals „RedTube“ wegen angeblich illegalem Streaming abgemahnt hat. So wurde mittlerweile in Berlin ein Strafantrag gegen Rechtsanwalt Daniel Sebastian gestellt- und eine negative Feststellungsklage gegen Urmann und Collegen.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt:

Wie Heise.de berichtet, soll Rechtsanwalt Daniel Sebastian am Landgericht Köln mit irreführend formulierten Anträgen zivilrechtliche Auskunft zu Anschlussinhabern bei der Deutschen Telekom erwirkt haben, die der Kanzlei U+C dann Klarnamen und Anschriften von angeblichen RedTube-Nutzern übermittelte.

Ebenfalls im Visier der Strafverfolger befindet sich ein Mitarbeiter der Firma itGuards Inc., der in Sebastians Anträgen eidesstattlich versichert hatte, die vermeintlichen Urheberrechtsvergehen fehlerfrei dokumentiert zu haben.

Das Landgericht Köln hat mittlerweile mit einer Stellungnahme auf  Vorwürfe reagiert, es prüfe die Anträge auf zivilrechtliche Auskunft bei Verdacht auf Urheberrechtsverstöße nicht ausreichend.

Die Verbraucherzuentrale Mecklenburg-Vorpommern rät betroffenen:

„Die beigefügte Unterlassungserklärung nicht unterschreiben und sich unbedingt beraten lassen. Betroffene sollten versuchen, eine Fristverlängerung zu erwirken, da die Zeiträume für ein Reagieren sehr kurz bemessen sind. Außerdem sollten Streaming-Nutzer den geforderten Betrag nicht zahlen.“

Weiter schreiben die Verbraucherschützer:

„In rechtlicher Hinsicht dürfte die Abmahnung angreifbar sein, da nach wie vor fraglich sein dürfte, ob durch das Streaming tatsächlich Urheberrechte verletzt werden. Denn das ist bislang rechtlich umstritten und noch nicht höchstrichterlich geklärt.“

Quellen: heise.de/ golem.de/ meedia.de/verbraucherzentrale.de